#tb Fiesta in Janssenville

Dezember 03, 2017

Besser spät als nie. Ein Bericht zur Fiesta im Oktober, die in Gesprächen mit unseren Dorfbewohnern immer noch präsent ist.


Es ist vier Uhr morgens und wir werden von lauten Trommeln und Glockenspielen geweckt. Die Fiesta beginnt! Nachdem wir uns aus dem Bett gequält haben und einige Minuten später aus dem Haus gehen, scheint schon das ganze Dorf auf den Beinen zu sein. Es gibt einen Festzug mit Tanz und Musik durch die beiden Straßen unseres Village, bei dem wir mit Abstand wohl die müdesten Gesichter zeigen. 


Als wir eine Stunde später noch einmal zurück ins Bett fallen, gehen die meisten Dorfbewohner gleich direkt in die Arbeit oder in die Schule. Lange können wir jedoch nicht ausschlafen, da wir drei Stunden später erneut von lauter Musik geweckt werden. Auf dem Basketballplatz, der sich direkt vor unserem Haus befindet wurde eine riesige Anlage mit Boxen aufgebaut und der DJ beginnt schon früh morgens damit, die Lieder für die Discoabende auszuprobieren. Neben der Disco gibt es auch einige Bingoabende und Tanzwettbewerbe und auch wir durften einen ganzen Abend als German Evening selbst gestalten.  

Die Fiesta findet jedes Jahr im Oktober zu Ehren des Heiligen St. Arnold Janssen statt, der der Namensgeber der Village ist. Zwölf Tage lang gibt es jeden Abend Programm und vorher einen Gottesdienst in der Kirche.
Schon Wochen zuvor haben Kinder wie Erwachsene bis spät in die Nacht fleißig Tänze geübt. Gespannt haben wir jedes Mal zugesehen und können deshalb mittlerweile den Text zu Despacito schon fast auswendig mitsingen. Immer zwei Cluster (Straßen) von insgesamt 16 haben sich zusammen eine Gruppenchoreografie überlegt, die dann an der Childrens night, der Youth night oder der Parents night auf dem Basketballplatz dem ganzen Village präsentiert wurde. An jedem Wettbewerbsabend gab es drei Preise. Den Preis für das beste Kostüm, den Preis für die beste Tanzpräsentation und den Preis für die größte teilgenommene Anzahl an Personen. Angesteckt von den Kindern bzw. Erwachsenen haben auch wir bei jeder Preisverleihung richtig mitgefiebert.


 


Am Wochenende wurde es dann richtig voll in Janssenville. Verwandte und Freunde besuchten ihre Familien und viele unbekannte Gesichter liefen uns über den Weg. Schweine und Hühner wurden auf Trisikads ins Dorf gebracht und Essen für den Sonntag hergerichtet. Alles mit der Hintergrundmusik des DJ’s, die man im ganzen Dorf hören konnte.
Am Samstagabend, einem Bingoaabend haben wir zusammen mit unserer Gastmutter selbst teilgenommen. Spanische Zahlen verstehen, die passende Zahl mit übermüdeten Augen auf dem Spielplan zu finden und ein Steinchen darauf zu legen war jedoch gar nicht so einfach. Freundlicherweise unterstütze uns der Zahlenansager, indem er die Zahlen dann auch auf Englisch durch das Mikro sagte. Das erleichterte es uns zwar die Zahlen zu verstehen, unserem Glück spielte das aber trotzdem nicht in die Hände. Und so haben wir auch zur Enttäuschung unserer Gastmutter, die unsere Bingofähigkeiten wohl besser eingeschätzt hatte, leider nichts gewonnen. Spät in der Nacht begannen dann schon viele Leute die Schweine für das Festessen Lechon, eine Art Spanferkel, zu schlachten. Leider waren wir am Sonntag nicht im Dorf, da wir mit einer kleinen Abordnung zu einem Treffen mit JPIC gefahren sind. Trotzdem war es eine schöne Zeit, die wir während der Fiesta im Dorf erlebt haben. 


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